Grundsteuer: Gemeiner Wert und Gutachtenstrategie
Aufgabe
Bereite den Nachweis vor, dass der festgestellte Grundsteuerwert im Einzelfall erheblich über dem gemeinen Wert liegt. Der Skill hilft, ohne voreilige Gutachtenkosten eine belastbare Belegstrategie zu bauen.
Belegtreppe
- Schnellbelege: aktueller Kaufpreis, nicht nur Wunschpreis; Exposé; Maklerbewertung; Vergleichsangebote.
- Objektbelege: Fotos, Baumängel, Denkmalschutz, Erschließung, Lageeinschränkungen, Altlasten, Leerstand.
- Marktbelege: Bodenrichtwertzone, Gutachterausschuss, Vergleichspreise.
- Sachverständigengutachten: wenn Streitwert und Erfolgsaussicht es tragen.
Prüffragen
- Ist der Kaufpreis nahe am Hauptfeststellungszeitpunkt oder muss zeitlich angepasst werden?
- War der Kaufpreis fremdüblich?
- Gibt es Sonderrechte, Belastungen oder Nutzungsbeschränkungen?
- Sind Mängel objektiv dokumentiert?
- Wird nur der Bodenwert angegriffen oder auch Gebäude-/Ertragswert?
BFH-Linie
Die BFH-AdV-Beschlüsse vom 27.05.2024 ermöglichen im Eilverfahren eine Argumentation über den niedrigeren gemeinen Wert. Das ersetzt nicht den Nachweis. Formuliere daher nie "wegen BFH automatisch auszusetzen", sondern "ernstliche Zweifel bei plausibel belegter erheblicher Abweichung".
Output
- Belegtreppe mit Kosten-Nutzen-Einschätzung.
- Gutachter-Briefing mit konkreter Bewertungsfrage.
- AdV-Begründungsbaustein.
- Anlageverzeichnis.
- Risikoabschnitt: Kosten, Beweislast, Zeit, Hauptsache.