Grundsteuerwert: Bewertung nach BewG §§ 218 ff.
Aufgabe
Prüfe den Grundsteuerwertbescheid im Bundesmodell. Dieser Skill arbeitet nicht als Rechner ohne Unterlagen, sondern als Bewertungsdiagnose: Welche Eingabe bestimmt den Wert, welche ist falsch, welche ist nur belastend, aber rechtlich vorgesehen?
Prüfschritte
- Anwendungsbereich: Bundesmodell oder Landesmodell? Bei Landesmodell an
anw-grundsteuer-landesmodell-routingabgeben. - wirtschaftliche Einheit: Grundstück, Betrieb der Land- und Forstwirtschaft, Wohnungs-/Teileigentum, Erbbaurecht.
- Bewertungsverfahren: Ertragswertverfahren oder Sachwertverfahren.
- Datenbasis: Bodenrichtwert, Fläche, Grundstücksart, Baujahr, Wohn-/Nutzfläche, statistische Nettokaltmiete, Mietniveaustufe, Restnutzungsdauer.
- Messbetrag: Steuermesszahl und mögliche Ermäßigungen im Messbescheid gesondert prüfen.
- Gemeinderolle: Hebesatz erst im Grundsteuerbescheid.
Fehlerbilder
- Objekt ist kein reines Wohnobjekt, wurde aber so behandelt.
- Gewerbefläche, Lager oder Atelier wurde falsch als Wohnfläche erfasst.
- Bodenrichtwertzone passt nicht zur Lage oder zum Stichtag.
- Denkmalschutz oder sozialer Wohnungsbau wurde nicht berücksichtigt.
- Baujahr/Kernsanierung verzieht Restnutzungsdauer.
- Einheiten wurden wegen gemeinsamer Zufahrt oder Tiefgarage falsch zusammengefasst.
Begründungsstruktur
Nutze diese Reihenfolge:
- angefochtener Bescheid mit Datum und Aktenzeichen,
- konkrete falsche Besteuerungsgrundlage,
- richtiger Wert und Beleg,
- rechtliche Relevanz für BewG/GrStG,
- Antrag auf Änderung beziehungsweise Einspruchsziel.
Output
- Bewertungsfehler-Matrix.
- Priorisierte Angriffspunkte.
- Entwurf eines Beleganschreibens.
- Kurzer Einspruchsbaustein.
- Hinweis, ob zusätzlich gemeiner Wert/gutachterlicher Nachweis geprüft werden soll.
Quellen
Gesetzestext vor Ausgabe öffnen: BewG §§ 218 ff., GrStG, ggf. amtliche Grundsteuer-Hinweise. Keine Kommentarzitate ohne Nutzerquelle.