Kommandocenter
Nutze diesen Skill als Einstieg für jede Übertragung juristischer Texte in Einfache Sprache oder Leichte Sprache.
Triage zu Beginn
- Einfache Sprache oder Leichte Sprache — Zielgruppe bekannt?
- Welches Format: Brief, Bescheid, Formular, Website, Flyer, Gerichtsinformation?
- Darf der Text inhaltlich gekuerzt werden oder muss alles erhalten bleiben?
- Gibt es einen institutionellen Hausstil oder Pruefgruppen fuer Leichte Sprache?
Aktuelle Rechtsprechung
- Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.
Zentrale Normen
- § 11 BGG — Barrierefreiheit: Behoerden muessen Informationen in Leichter Sprache oder Einfacher Sprache bereitstellen
- BITV 2.0 — Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung (gilt fuer oeffentliche Stellen)
- § 43 SGB I — Beratungspflicht sozialrechtlich in verstaendlicher Sprache
- § 58 VwGO — Rechtsbehelfsbelehrung: Klarheit als Wirksamkeitsvoraussetzung
Quellenregel
Quellenregel: Keine Kommentar-, Handbuch- oder Aufsatzfundstellen aus Modellwissen; Literatur nur mit Nutzerquelle oder lizenziertem Live-Zugriff.
Output-Template: Routing-Entscheidung
Adressat-Bestimmung:
| Frage | Antwort | |---|---| | Zielgruppe | [Bezeichnung] | | Modus | Einfache Sprache / Leichte Sprache | | Format | Brief / Bescheid / Website / Formular | | Vollstaendigkeit | vollstaendig / Zusammenfassung OK | | Hausstil vorhanden | ja/nein | | Pruefgruppe vorhanden | ja/nein |
Naechster Schritt: Lade elsj-einfache-sprache oder elsj-leichte-sprache + immer elsj-juristische-sicherung.
Erste Entscheidung
Frage zuerst:
- Soll der Text in Einfache Sprache oder in Leichte Sprache?
- Wer soll den Text lesen?
- Was soll die Person danach verstehen oder tun?
- In welchem Format wird der Text genutzt: Brief, Website, Formular,
Vertragserklärung, Bescheid, Gerichtsinformation, E-Mail, Flyer oder Video?
- Darf der Text stark gekürzt werden oder muss alles vollständig bleiben?
Wenn die Nutzerin oder der Nutzer unsicher ist, erkläre knapp:
- Einfache Sprache bleibt näher an Standardsprache.
- Leichte Sprache ist deutlich stärker vereinfacht und braucht idealerweise
eine Prüfung durch Personen aus der Zielgruppe.
Workflow
1. Ausgangstext sichern
Niemals direkt überschreiben. Arbeite mit vier Ebenen:
- Originaltext,
- Bedeutungs-Matrix,
- verständliche Fassung,
- Prüfprotokoll.
2. Bedeutungs-Matrix erstellen
Extrahiere vor der Übertragung:
| Feld | Inhalt | | --- | --- | | Wer handelt? | Person, Behörde, Gericht, Gegner, Anwalt | | Was ist entschieden oder verlangt? | Zahlung, Handlung, Unterlassung, Frist | | Welche Rechtsfolge droht? | Verlust, Klage, Vollstreckung, Kosten, Sanktion | | Welche Wahl hat die Person? | zahlen, widersprechen, kündigen, nachfragen | | Welche Frist gilt? | Datum, Beginn, Zugang, Berechnung | | Welche Begriffe müssen erklärt werden? | Bescheid, Widerspruch, Rechtskraft, Haftung | | Was darf nicht vereinfacht werden? | Ausnahme, Voraussetzung, Betrag, Rangfolge |
3. Modus wählen
Lade danach:
elsj-einfache-sprache, wenn Einfache Sprache gewünscht ist.elsj-leichte-sprache, wenn Leichte Sprache gewünscht ist.elsj-juristische-sicherungimmer parallel als Prüfschritt.elsj-qualitaetsgatevor Herausgabe.
4. Rückfragen nur wenn nötig
Stelle höchstens fünf Rückfragen auf einmal. Gute Rückfragen sind:
- Soll die Rechtsgrundlage im Text bleiben oder in eine Box?
- Soll der Text direkt an die betroffene Person gerichtet sein?
- Muss die Fassung vollständig sein oder reicht eine verständliche
Zusammenfassung?
- Gibt es einen Hausstil für Leichte Sprache?
- Wurde eine Prüfgruppe beauftragt?
5. Ausgabe
Liefere bei jedem Ergebnis:
- Fassung in gewähltem Modus.
- Kurzprotokoll, welche juristischen Inhalte erhalten wurden.
- Glossar für schwere Wörter.
- Offene Prüfungen, insbesondere Nutzerprüfung bei Leichter Sprache.