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fachanwalt-sportrecht-doping-verfahren

Athlet steht vor NADA-Disziplinarverfahren wegen positivem Dopingtest und braucht Verteidigung. NADA-Code WADA-Code strict liability Art. 2 Abs. 1 WADA-Code Beweislastumkehr no fault Art. 10 Abs. 5. Normen AntiDopG § 4 CAS Art. 13. Prüfraster Probenahme-Protokoll Laboranalyse TUE Verfahrensrechte Sperre-Rahmen. Output Verteidigungsschrift NADA Strafmass-Argumentation. Abgrenzung zu fachanwalt-spor

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Doping-Verfahren

Kaltstart-Rückfragen

  1. Welche Substanz wurde in welchem Probematerial (Urin/Blut) bei welchem Anlass (Wettkampf oder Training) nachgewiesen?
  2. Liegt die B-Proben-Analyse bereits vor — oder wird sie noch beantragt (Frist nach Verbandszusage, üblicherweise sieben Tage)?
  3. Wurde die Substanz bewusst eingenommen, oder besteht eine andere Erklärung (Verunreinigung Supplement, Medikament mit TUE, Kontamination)?
  4. Welche Sanktionen drohen konkret — Standardsperre zwei oder vier Jahre, Wettkampfdisqualifikation, Preisgeldrückzahlung?
  5. Ist eine Therapeutic Use Exemption (TUE) vorhanden oder nachholbar für die nachgewiesene Substanz?
  6. Sind Whereabouts-Verstöße kumuliert (drei in zwölf Monaten = Art. 2.4 WADA-Verstoß)?
  7. Läuft ein paralleles Strafverfahren nach § 4 AntiDopG — ist Koordination mit einem Strafverteidiger notwendig?
  8. In welchem Verfahrensstadium ist das Mandat (NADA-Anhörung, DK-Entscheidung, DIS-Schiedsgericht, CAS)?
  • Was will der Mandant wirklich erreichen? (Nicht: was steht im Standardweg, sondern: welches Ergebnis ist fuer den Mandanten persoenlich/wirtschaftlich das beste? Manchmal ist der schnellere Vergleich besser als der formal "richtige" Weg.)

Rechtsgrundlagen

| Norm | Inhalt | |---|---| | Art. 2.1 WADA-Code 2021 | Strict Liability: Anwesenheit der verbotenen Substanz genügt für Tatbestand | | Art. 2.4 WADA-Code 2021 | Whereabouts-Verstöße: drei Verstöße in zwölf Monaten | | Art. 3.1 WADA-Code 2021 | Beweisstandard NADA: comfortable satisfaction | | Art. 9 WADA-Code 2021 | Disqualifikation der Wettkampfergebnisse | | Art. 10.2.1 WADA-Code 2021 | Standardsperre vier Jahre bei vorsätzlichem Verstoß | | Art. 10.2.2 WADA-Code 2021 | Zwei Jahre bei fehlendem Vorsatz | | Art. 10.5 WADA-Code 2021 | No fault or negligence: vollständige Aufhebung der Sperre möglich | | Art. 10.6.1 WADA-Code 2021 | No significant fault or negligence: Reduzierung bis zur Hälfte | | Art. 10.14 WADA-Code 2021 | Trainingsberechtigung während laufender Sperre | | Art. 13.2 WADA-Code 2021 | WADA-Berufungsrecht bei nationalen Entscheidungen (zwei Monate) | | Art. 17 WADA-Code 2021 | Verjährung: zehn Jahre | | § 4 AntiDopG | Straftatbestände: Selbstdoping bis drei Jahre; Fremddoping bis zehn Jahre | | Art. R49 CAS Code | CAS-Berufungsfrist: 21 Tage |

Leitentscheidungen

| Aktenzeichen | Gericht/Datum | Leitsatz | |---|---|---| | Rechtsprechung live prüfen | Keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über amtliche oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren. | | Rechtsprechung live prüfen | Keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über amtliche oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren. | | CAS 2014/A/3642 | CAS (2014) | No significant fault; Supplement-Kontamination; Kölner Liste relevant | | CAS 2019/A/6148 | CAS (2019) | Whereabouts-Verstöße; Kumulationsprinzip; Verfahrensmängel | | 4A_558/2011 | Schweizer BGer (2012) — Pechstein | CAS-Anfechtung vor BGer; enge Prüfung Ordre public |

Prüfschema (14 Schritte)

| Schritt | Inhalt | Grundlage | |---|---|---| | 1 | Verbotene Substanz auf WADA-Verbotsliste identifizieren | WADA Prohibited List (jährlich aktualisiert) | | 2 | A-Probe: Chain of Custody lückenlos? | Probennahme-Protokoll | | 3 | B-Probe anfordern (innerhalb der Verbandsfrist) | Verbandsordnung; WADA-Code | | 4 | TUE vorhanden? Retroactive TUE möglich? | TUE-Richtlinien WADA/NADA | | 5 | Quelle der Substanz ermitteln (Supplement, Medikament, Kontamination) | Supplement-Analyse; Medikationsplan | | 6 | Kölner Liste-Prüfung (supplement zertifiziert?) | Köln-Institut Prüfprotokoll | | 7 | No fault (Art. 10.5): vollständige Schuldlosigkeit nachweisbar? | WADA-Code Art. 10.5 | | 8 | No significant fault (Art. 10.6): Schuldminderung möglich? | WADA-Code Art. 10.6 | | 9 | Vorsatzfrage: Indizien für bewusste Einnahme? | Art. 10.2.1 vs. 10.2.2 | | 10 | Verfahrensmängel NADA-Disziplinarkommission: Anhörung, Akteneinsicht, Begründung | Verfahrensgrundsätze | | 11 | Berufungsfristen dokumentieren (DK → DIS → CAS) | Art. R49 CAS Code | | 12 | Paralleles Strafverfahren § 4 AntiDopG prüfen | AntiDopG §§ 1 ff. | | 13 | Sponsoring-/Vertragsfolgen der Sperre sichern | Vertragliche Klauseln | | 14 | Trainingsberechtigung während Sperre (Art. 10.14 WADA) | Art. 10.14 WADA-Code |

Strategische Optionen (vor dem Template entscheiden)

Bevor das Template eins-zu-eins gefuellt wird, ist zu pruefen welche Variante zur Mandantenkonstellation passt. Das Template ist eine moegliche Form — nicht die einzige.

| Konstellation | Empfohlener Weg | |---|---| | Standard — Doping-Verfahren Verteidigung | Einlassung; Template unten | | Variante A — NADA-Akzeptanz statt CAS | Strafreduzierungs-Verhandlung mit NADA bevorzugen | | Variante B — Kontaminiertes Supplement | Nachweis Sorgfalt; WADA-Contamination-Programme pruefen | | Variante C — Vorwurf Blutdoping | Biolog. Repassport-Analyse; Sachverstaendigen-Einbeziehung |

Wenn die Mandantenkonstellation nicht ins Standardschema passt, ist das Template anzupassen oder durch ein anderes Skill abzuloesen — nicht das Mandat in das Schema zu pressen.

Schriftsatzbausteine

Baustein 1 — Stellungnahme zur NADA-Disziplinarkommission (vollständig)

An die NADA-Disziplinarkommission
Hausadresse: [Adresse]

Az. NADA-DK: [...]

Stellungnahme im Verfahren gegen [Athlet, Geburtsdatum, Sportart]
wegen des A-Probe-Befunds vom [Datum]

Sehr geehrte Damen und Herren,

namens und in Vollmacht unserer Mandantschaft nehmen wir zur
Mitteilung vom [Datum] wie folgt Stellung:

I. Zur Verwertbarkeit der A-Probe

Die Verwertbarkeit des Analysebefundes ist zweifelhaft.

1. Chain of Custody: Das Probennahmeprotokoll vom [Datum/Ort]
   (Anlage K1) zeigt, dass die Probe von [Ort A] am [Datum]
   versiegelt wurde. Das WADA-akkreditierte Labor [Name] hat
   die Probe am [Datum] entgegengenommen (Anlage K2).
   In diesem Zeitraum ist die Dokumentation lückenhaft
   [konkret bezeichnen]. Wir beantragen vollständige
   Dokumentation der Transportkette.

2. Laboranalyse-Fehler: [Sofern konkrete Anhaltspunkte vorhanden]

Wir beantragen die B-Proben-Analyse in Anwesenheit unseres
Sachverständigen Dr. [Name].

II. Zur Quelle der Substanz

Für den Fall der Bestätigung des Befundes durch die B-Probe
tragen wir vor:

Die Substanz [Bezeichnung nach WADA-Verbotsliste] gelangte
durch die Einnahme des Nahrungsergänzungsmittels [Handelsname,
Charge: XXXXXXX] in den Körper unserer Mandantschaft.

Belege:
- Unabhängige Laboranalyse des Präparats (Anlage K3):
  Die Analyse durch [Institut] vom [Datum] zeigt, dass
  die Charge [Nummer] mit [Substanz] kontaminiert ist.
- Kaufnachweis [Datum, Händler] (Anlage K4).
- Das Präparat ist NICHT auf der Kölner Liste zertifiziert
  (Anlage K5: Kölner Liste-Auszug).

III. Rechtliche Bewertung

A) No fault Art. 10.5 WADA-Code:
   Unsere Mandantschaft hat [alle Vorsichtsmaßnahmen ergriffen:
   Kölner Liste-Supplement bevorzugt; kein Wissen von Kontamination].
   [Sofern keine Kölner-Liste-Produkt: erläutern warum kein Verschulden]

B) No significant fault Art. 10.6 WADA-Code:
   Hilfsweise: Unsere Mandantschaft hat [konkrete Vorsichts-
   maßnahmen] ergriffen, aber [konkrete Umstände] führten zur
   unbewussten Einnahme. Die Schuld ist nicht signifikant.
   Die Sperre ist auf das gesetzlich zulässige Mindestmaß
   (50 % der Standardsperre = [X Monate]) zu reduzieren.

C) Kein Vorsatz Art. 10.2.2 WADA-Code:
   Es gibt keinerlei Indizien für eine bewusste Einnahme.
   Die Standardsperre von zwei Jahren (Art. 10.2.2) ist
   angemessen; eine vierjährige Sperre ist nicht gerechtfertigt.

IV. TUE

Die Substanz [falls Medikament involviert] wird auf ärztliche
Verordnung von Dr. [Name] seit [Datum] eingenommen (Anlage K6:
Arztzeugnis). Ein TUE-Antrag wird bis [Datum] bei der
[Nationalen Anti-Doping-Ag
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