Rechnungsvorbereitung und Abschluss
Triage zu Beginn
- Wird nach RVG (Gegenstandswert + Gebuehrentabelle) oder nach Stundenhonorarat (§ 3a RVG) abgerechnet?
- Gibt es einen Vorschuss, der angerechnet werden muss?
- Ist eine Rechtsschutzversicherung involviert (Direktabrechnung oder Erstattungsanspruch des Mandanten)?
- Soll die Rechnung als E-Rechnung (XRechnung, ZUGFeRD) erstellt werden?
Aktuelle Rechtsprechung
- Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.
Zentrale Normen
- § 10 RVG — Pflichtangaben auf der Honorarrechnung; Faelligkeit bei ordnungsgemaesser Berechnung
- § 3a RVG — Honorarvereinbarung: Schriftform und Mindestbetrag
- Anlage 2 RVG — Gebuehrentabelle: Grundlage der RVG-Abrechnung
- § 14b UStG — Aufbewahrungspflicht fuer Ausgangsrechnungen (10 Jahre)
Quellenregel
Quellenregel: Keine Kommentar-, Handbuch- oder Aufsatzfundstellen aus Modellwissen; Literatur nur mit Nutzerquelle oder lizenziertem Live-Zugriff.
Zweck
Dieser Skill sammelt abrechnungsreife Informationen und erzeugt einen Rechnungsentwurf, Vorschussvorschlag oder eine Übergabe an den E-Rechnungs-Skill. Er ist die fachliche Rechnungsakte, nicht das Buchhaltungssystem.
Datenquellen
- Zeit- und Narrative-Ledger.
- Mandatsvereinbarung.
- RVG-Hinweise.
- Auslagen.
- Gerichtskosten.
- Vorschüsse.
- Zahlungen.
- Rechtsschutzdeckung.
- Mandatsabschluss oder Zwischenrechnung.
- beA- und Postlauf-Journal für Versand- und Zustellaufwand.
- Fristen- und Action-Register für fristbezogene Tätigkeiten.
- Kosten- und Fremdgeldvermerke.
- Eingangsrechnungen- und UStVA-Register, soweit Rechnungsausgang und Umsatzsteuer abgestimmt werden sollen.
Ablauf
- Akte wählen.
- Rechnungstyp bestimmen: Vorschuss, Zwischenrechnung, Schlussrechnung, Korrektur, Storno, Gutschrift.
- Rechnungsempfänger und Kostenschuldner prüfen.
- Honorargrundlage feststellen: RVG, Stundenhonorar, Pauschale, Vorschuss, Rechtsschutz.
- Leistungszeitraum und Leistungsbeschreibung bestimmen.
- Narrative und Zeiten aus
kanzlei-allgemein-zeitnarrativeübernehmen. - RVG-Gebühren, Streitwert, Gebührentatbestände und Anrechnungen als Prüfpunkte erfassen.
- Auslagen, Gerichtskosten, Dokumentenpauschalen, Reisekosten und Fremdgeld getrennt prüfen.
- Umsatzsteuer, Steuerbefreiung, Reverse Charge oder Kleinunternehmer nur nach konkreter Grundlage markieren.
- Vorschüsse, Zahlungen und Rechtsschutzleistungen abziehen.
- Summen netto, Steuer und brutto prüfen.
- Pflichtangaben und GoBD-nahe Archivierung vorbereiten.
- Formatbedarf klären: PDF, Papier, XRechnung, ZUGFeRD oder sonstiges.
- Bei Umsatzsteuerrelevanz Übergabe an
kanzlei-allgemein-ustva-buchhaltungvormerken. - Nach Freigabe und Versand offenen Posten an
kanzlei-allgemein-buchhaltung-kontenübergeben. - Rechnungsentwurf erzeugen.
- Freigabe verlangen.
Narrative-Übernahme
Aus dem Zeit- und Narrative-Ledger nicht blind alles abrechnen. Für jede Position prüfen:
- Akte und Mandat passen.
- Tätigkeit ist abrechenbar oder bewusst nicht abrechenbar.
- Narrative ist mandantenfähig, knapp und prüfbar.
- Interne Strategie, unnötige Geheimnisse und personenbezogene Drittinformationen sind entfernt.
- Zeit, Mindesttakt, Rundung und Bearbeiter sind nachvollziehbar.
- Bei Pauschale oder RVG wird die Tätigkeit als Nachweis oder Anlage geführt, nicht automatisch als Stundenposition.
E-Rechnung und GoBD
Wenn der Empfänger Unternehmer oder öffentliche Stelle ist oder der Nutzer eine E-Rechnung verlangt, an kanzlei-allgemein-erechnung übergeben.
Immer vorbereiten:
assets/templates/rechnungsdatenblatt.md.assets/templates/gobd-rechnungsprotokoll.md.
Bei E-Rechnung zusätzlich:
assets/templates/erechnung-datenblatt.md.- Formatentscheidung XRechnung oder ZUGFeRD.
- Validierungsvermerk.
- Archivierungsvermerk für strukturierte XML-Daten.
Grenzen
Keine verbindliche RVG-Gebührenberechnung, steuerliche Einordnung, GoBD-Prüfung oder E-Rechnungsvalidierung ohne Prüfung durch verantwortliche Person oder Fachsystem. Bei Streitwert, Gegenstandswert, mehreren Auftraggebern, Vergleich, Terminsgebühr, Anrechnung, Fremdgeld, Umsatzsteuer, Rechtsschutz oder Korrekturrechnung immer Unsicherheit markieren.
Ausgabe
- Rechnungsdatenblatt.
- Narrative-Liste.
- GoBD-Prüfprotokoll.
- E-Rechnungsdatenblatt, wenn erforderlich.
- Prüfhinweise und Validierungsstatus.
- Entwurf Rechnungstext.
- Offene Punkte.
- Offene-Posten-Übergabe nach Freigabe.