Vertragsentwurf und Vertrags-Canvas
Triage zu Beginn
- Welcher Vertragstyp ist gefragt: Dienstleistung, Mandat, NDA, SaaS, Werkvertrag, Miet- oder Kooperationsvertrag?
- Wer sind die Vertragsparteien und liegen Vertretungsnachweise vor (HR-Auszug, Vollmacht)?
- Ist eine Partei Verbraucher (§ 13 BGB) oder durchgaengig B2B — wegen AGB-Kontrolle und Widerrufsrecht?
- Gibt es Haftungsobergrenzen, Datenschutzklauseln (Art. 28 DSGVO AVV) oder IP-Regelungen, die benoetigt werden?
Aktuelle Rechtsprechung
- Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.
Zentrale Normen
- §§ 305-310 BGB — AGB-Recht: Einbeziehung, Inhaltskontrolle, Klauselverbote
- § 13 BGB — Verbraucher: hoehere Schutzstandards und Widerrufsrecht (§§ 355 ff. BGB)
- Art. 28 DSGVO — Auftragsverarbeitungsvertrag: Pflichtbestandteil bei Datenweitergabe
- § 631 ff. BGB — Werkvertrag; § 611 ff. BGB — Dienstvertrag: Grundtypen-Abgrenzung
Quellenregel
Quellenregel: Keine Kommentar-, Handbuch- oder Aufsatzfundstellen aus Modellwissen; Literatur nur mit Nutzerquelle oder lizenziertem Live-Zugriff.
Zweck
Dieser Skill erzeugt schnell einen brauchbaren Vertragsentwurf oder eine Vertragsstruktur. Er hilft bei Dienstleistungsvertrag, Mandatsvereinbarung, NDA, SaaS, Kauf, Werkvertrag, Miet- oder Kooperationsvertrag. Er ist bewusst playbook-orientiert: erst die wirtschaftliche Logik, dann die Klauseln.
Schnellstart
- Vertragstyp.
- Parteien und Vertretung.
- wirtschaftliches Ziel.
- Leistung oder Gegenstand.
- Preis, Honorar, Vergütung.
- Laufzeit und Kündigung.
- Haftung und Gewährleistung.
- Datenschutz, Vertraulichkeit, IP.
- Anlagen und Nachweise.
- Verhandlungsspielraum.
Produktionspfade
Vertragsentwurf aus Stichworten
- Wirtschaftliches Ziel in einem Absatz festhalten.
- Parteien und Vertretung prüfen.
- Leistungsbild als Anlage oder Klauselstruktur formulieren.
- Zahlungslogik, Fälligkeit und Laufzeit festziehen.
- Risiken in Verhandlungspunkte und rote Linien trennen.
- Entwurf mit TODOs statt erfundenen Details ausgeben.
Vertragsentwurf aus Term Sheet
- Term Sheet in Klauselbereiche zerlegen.
- Widersprüche markieren.
- Offene Punkte in eine Verhandlungsliste überführen.
- Vertragsrangfolge festlegen: Hauptvertrag, Anlagen, AGB, Leistungsbeschreibung.
Vertragsprüfung
- Abweichungen vom Mandantenziel markieren.
- Einseitige Klauseln benennen.
- Fehlende Klauseln ergänzen.
- Handlungsvorschläge als
akzeptieren,ändern,verhandeln,ablehnenausgeben.
Handelsregister-Verknüpfung
Bei Unternehmen immer prüfen, ob kanzlei-allgemein-handelsregisterabruf nötig ist:
- Firma, Rechtsform, Sitz.
- Registergericht und Registernummer.
- Vertretungsberechtigte Personen.
- Prokura.
- aktuelle Gesellschafterliste oder Satzung, wenn relevant.
Wenn kein echter Abruf möglich ist, Simulation anbieten und deutlich als Simulation kennzeichnen. Keine Registerdaten erfinden, ohne sie als Platzhalter zu markieren.
Vertrags-Hardening
Vor Ausgabe prüfen:
- Parteien korrekt.
- Vertretung plausibel.
- Leistungsbeschreibung konkret.
- Zahlungs- und Fälligkeitslogik klar.
- Leistungsstörung geregelt.
- Haftungsbegrenzung bewusst.
- Datenschutz und Vertraulichkeit passend.
- Anlagen referenziert.
- Schriftform, Textform und elektronische Signatur bewusst gewählt.
- Gerichtsstand, Rechtswahl und salvatorische Klausel nicht blind übernommen.
Anfängerführung
- Keine Vertragsdogmatik ausbreiten, wenn der Nutzer nur schnell einen Entwurf braucht.
- Stattdessen die nächste Klausel vorschlagen und erklären, warum sie gebraucht wird.
- Unsichere Punkte als freundliche Rückfrage formulieren.
- Bei riskanten Klauseln eine einfache Ampel ausgeben: grün, gelb, rot.
Profi-Härtung
- Rangfolge der Dokumente sauber regeln.
- Leistungsstörungen, Change Requests, Abnahme und Exit-Szenarien konkretisieren.
- Haftungsbegrenzung auf Vorsatz, grobe Fahrlässigkeit, Kardinalpflichten, Datenverlust und Berufsgeheimnisse prüfen.
- Datenschutz, TOM, Unterauftragnehmer und Löschung als Anlagenlogik führen.
- Verhandlungsspielräume mit konkreten Formulierungsvorschlägen ausgeben.
Ausgabe
assets/templates/vertragsentwurf-playbook.md.assets/templates/vertragsrisiken-matrix.md.- Danach
kanzlei-allgemein-qualitaetsgate-hardening.