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ki-anbieter-pruefung

Prüft KI-Anbieterverträge gegen die unternehmenseigenen Governance- Positionen; kennzeichnet Training auf Daten, Haftung, Modelländerungen und KI-Richtlinien-Konsistenz. Unterscheidet Anbieter/Betreiber-Rolle nach Art. 3 KI-VO; prüft Vertragspflichten nach Art. 25 KI-VO. Lädt, wenn der Nutzer "KI-Vertrag prüfen", "Anbietervertrag KI", "AI Act Art. 25 Vertragspflichten" oder "KI-AGB prüfen" sagt.

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KI-Anbieterprüfung

Zweck

KI-Anbieterverträge sind der Ort, an dem Governance-Positionen tatsächlich auf die Probe gestellt werden. Das Erstgespräch erfasst, was das Unternehmen will. Diese Skill prüft, was es vereinbart hat.

Blickwinkel: Wir sind Betreiber/Käufer. Kein Rollenwechsel.

AI Act Art. 25 KI-VO: Verantwortlichkeitsverteilung in der Lieferkette; Betreiber können per Vereinbarung bestimmte Anbieter-Pflichten übernehmen (Art. 25 Abs. 1 KI-VO). Art. 26 KI-VO verpflichtet Betreiber, nur geeignete Systeme einzusetzen und die Bedienungsanleitung zu befolgen. Beide Punkte müssen im Vertrag explizit geregelt sein.

Drei häufige Vertragstypen: eigenständige KI-Vereinbarung/KI-Annex (am strukturiertesten); AGB mit eingebetteten KI-Klauseln (oft versteckt); Nutzungsrichtlinie allein (zeigt nur, was wir nicht dürfen — nicht, was der Anbieter mit unseren Daten macht).

Eingaben

  • KI-Vertrag, KI-Annex oder AGB-KI-Abschnitt (Datei oder eingefügter Text)
  • Praxisprofil aus CLAUDE.md (Anbieter-Governance-Positionen, KI-Richtlinien-

Verpflichtungen, Anwendungsfall-Register)

  • Anbieter-Name und Verwendungszweck

Rechtlicher Rahmen

Kernvorschriften

  • AI Act Art. 3 Nr. 3/4 KI-VO: Definitionen Anbieter/Betreiber; maßgeblich

für Pflichtenzuordnung.

  • AI Act Art. 25 KI-VO: Verantwortlichkeiten in der Lieferkette; vertragliche

Pflichten-Übertragung; Betreiber darf keine Art. 5-Verbote veranlassen (Art. 25 Abs. 2 KI-VO).

  • AI Act Art. 26/29 KI-VO: Betreiberpflichten (Eignung prüfen, Anleitung

befolgen, menschliche Aufsicht sicherstellen, Protokollierung).

  • DSGVO Art. 28: AVV-Pflichten bei KI-Auftragsverarbeitung; Prüfungsrecht

Art. 28 Abs. 3 lit. h DSGVO.

  • GeschGehG §§ 2, 4: Eingabe vertraulicher Daten in externe KI kann

Geheimnisschutz gefährden, wenn Anbieter für Training nutzt.

  • BGB §§ 305 ff. (§ 307): AGB-Kontrolle; unangemessene

Haftungsbeschränkungen können unwirksam sein.

  • Produkthaftungs-RL 2024/2853/EU: KI-Systeme als Produkte; relevant bei

Haftungsklauseln im Anbietervertrag.

  • UrhG § 44b: Text-und-Data-Mining-Schranke; relevant bei Training auf

lizenzierten Inhalten.

Leitentscheidungen

  • Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.

Vertragsgestaltung muss DSGVO Art. 22 Widerspruchs- und Prüfungsrechte operationalisieren.

  • Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.

von Haftungsausschlüssen bei komplexen IT-Systemen; Maßstab für KI- Anbieter-Haftungsklauseln.

  • Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.

Anforderungen an Vertragsgestaltung zum Schutz von Geschäftsgeheimnissen.

  • Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.

Datenübermittlung an externe Dienstleister; übertragbar auf KI-AVV.

Kommentare

  • Wendehorst/Grinzinger, AI Act, 1. Aufl. 2024, Art. 25 Rn. 5

(Verantwortlichkeitsverteilung; vertragliche Pflichten-Übertragung; Doppelautoren-Kommentar).

  • Hoffmann, in: Spindler/Schuster, Recht der elektronischen Medien, 4. Aufl. 2024,

Teil IV Rn. 120 (Vertragsgestaltung bei KI-Diensten).

  • Quellenregel: Literatur nur mit Nutzerquelle oder lizenziertem Live-Zugriff; keine Kommentar-, Handbuch- oder Aufsatzfundstellen aus Modellwissen.

bei IT-/Softwareverträgen; KI-Haftungsklauseln).

  • Bertermann, in: Ehmann/Selmayr, DS-GVO, 3. Aufl. 2024, Art. 28 Rn. 30.

Hinweis: Dieser Skill ersetzt keine anwaltliche Beratung im Einzelfall.

Ablauf

Schritt 1 — Playbook und Stack klären

CLAUDE.md → ## KI-Anbieter-Governance und ## KI-Richtlinien-Verpflichtungen.

KI-Stack kartieren vor Klausel-Prüfung:

  1. End-User-SaaS (z. B. Legal-Tech-Tool)
  2. API-Gateway/Orchestrierung (z. B. Azure OpenAI, AWS Bedrock, Vertex)
  3. Modellanbieter (z. B. Anthropic, OpenAI, Google)
  4. Wissensbasis/RAG-Quelle
  5. Weitere Unterauftragnehmer

Bei gestapelten Anbietern: beide Vertragswerke prüfen. Eine Zusage auf Ebene 1 ist wertlos, wenn Ebene 3 das Gegenteil regelt und Ebene 1 die Zusage nicht weitergegeben hat.

Schritt 2 — Klausel-für-Klausel-Prüfung

| Klausel | Anbieter sagt | Unsere Position | Lücke | Schweregrad | |---|---|---|---|---| | Training auf unseren Daten | | | | | | Vertraulichkeit der Eingaben | | | | | | Modelländerungen | | | | | | Ausgabe-IP / Rücklizenz | | | | | | Haftung für Ausgaben (§ 307 BGB) | | | | | | Vorfallbenachrichtigung | | | | | | Menschliche Überprüfungsrechte | | | | | | Nutzungsbeschränkungen | | | | | | Prüfrechte / SOC 2 (Art. 28 Abs. 3 lit. h DSGVO) | | | | | | Unterauftragnehmer / Modellanbieter | | | | | | Datenspeicherort / Drittlandübertragung | | | | | | Art. 25 KI-VO — Pflichten-Zuordnung | | | | |

Schweregrad (gegen CLAUDE.md-Positionen):

  • ✅ Aligned — Standard oder besser
  • ⚠️ Hinweis — innerhalb Fallback, schlechter als Standard
  • 🟠 Erheblich — außerhalb Standard, innerhalb Fallback; Redline nötig
  • ❌ Kritisch — außerhalb Fallback; Eskalation; kein Einsatz ohne Klärung

Weitergabetest bei gestapelten Anbietern: Vertrag auf Flow-Down-Klauseln prüfen. Bei fehlender Weitergabe: konkrete Redline produzieren:

"Ergänzen in § [X]: Anbieter stellt sicher, dass Unterauftragnehmer
Pflichten zu [Datennutzung/Training/Vertraulichkeit] eingehen, die nicht
weniger schützend sind als diese Vereinbarung."

Schritt 3 — KI-Annex-Lückenprüfung

AVV vorhanden, aber kein KI-Annex → kennzeichnen: bei Standard-Tier tolerierbar; bei erhöhter/hoher Stufe ein ❌-Blocker (keine Regelung zu Training, Modelländerungen, Art. 25 KI-VO, Haftung).

Keine KI-Klauseln überhaupt → ❌ für jeden erhöhten/hohen Anwendungsfall.

Schritt 4 — KI-Richtlinien-Konsistenzprüfung

Häufige Konflikte: Unsere Richtlinie verbietet Training → Anbieter erlaubt es standardmäßig; unsere Richtlinie verlangt Human-Review → Anbieter- Ausgaben sind final; Anbieter nicht auf Freigabeliste; DSGVO Art. 22 Widerspruchsrecht nicht operationalisiert. Jeden Widerspruch kennzeichnen.

Schritt 5 — Redline-Granularität

So klein wie möglich. Wort → Phrase → Unterklausel → Satz → Klausel. Chirurgische Redlines signalisieren: wir haben sorgfältig gelesen.

Ausgabeformat

# KI-Anbieterprüfung: [Anbietername]
Geprüftes Dokument: [Typ] | Datum: [heute]
Anwendungsfall(e): [Zweck] | Governance-Stufe: [Standard/Erhöht/Hoch]

## Ergebnis
[2 Sätze: Können wir einsetzen? Was muss sich zuerst ändern?]
Befunde: [N]❌ [N]🟠 [N]⚠️ [N]✅

## Klausel-für-Klausel [Tabelle gem. Schritt 2]
## KI-Annex-Status [Vorhanden/Fehlend + Konsequenz]
## KI-Richtlinien-Konsistenz [✅/⚠️ Liste]
## Empfohlene Redlines [konsolidiert; vor Übermittlung mit Anwalt abstimmen]
## Wenn der Anbieter nicht nachgibt [Fallback oder Eskalation je Punkt]

Bei Nicht-Jurist-Rolle vor Unterzeichnungsempfehlung: anwaltliche Prüfung abfragen; 1-seitigen Kurzüberblick generieren.

Beispiel

Anfrage: "OpenAI Enterprise für interne Rechtsrecherche prüfen." Vorgehen: Stack: OpenAI ist Modell- und SaaS-Ebene in einem. Training: OpenAI Enterprise sieht kein Training auf Eingaben vor — bestätigen; GeschGehG prüfen. Haftung: AGB-Ausschluss → § 307 BGB prüfen. Art. 25 KI-VO: bei Nicht-Hochrisiko-Einsatz weniger kritisch, aber Betreiberpflichten Art. 26/29 dokumentieren. AVV: DSGVO Art. 28 prüfen.

Risiken und typische Fehler

  • Training-auf-Daten-Klausel ist die am häufigsten übersehene: nie aus

Reputation annehmen; in Schrift

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