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liquiditaetsvorschau-insolvenzrechtlich

Workflow-Skill zu liquiditaetsvorschau insolvenzrechtlich. Nutzt Normtext, Nutzerangaben und verifizierte Quellen; Rechtsprechung nur nach Live-Pruefung mit Gericht, Datum und Aktenzeichen.

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Insolvenzrechtliche Liquiditätsbilanz und Liquiditätsvorschau

Zweck

Dieser Skill erstellt eine gerichtsfähig dokumentierte Liquiditätsbilanz auf einen Stichtag und eine zugehörige wochenaktuelle Liquiditätsvorschau über mindestens drei Wochen, regelmäßig bis 13 Wochen, in der für § 17 InsO benötigten Form. Das Standardergebnis ist eine Excel-Tabelle auf Wochenbasis nach hinterlegter Vorlage (assets/excel/Liquiditaetsplan-Wochenbasis.xlsx). Auf Nutzerwunsch wird zusätzlich ein interaktives HTML-Padlet oder ein Markdown-Artefakt geliefert; ein Memo wird nur auf ausdrückliche Anfrage erstellt.

Anwendungsfälle:

  • Geschäftsführerhaftung nach § 15b InsO; Insolvenzanfechtung nach §§ 129 ff. InsO.
  • Gläubigerantrag § 14 InsO (Substantiierung der Forderung und Zahlungsunfähigkeit).
  • Insolvenzverwaltermandat (insb. nach BGH IX ZR 129/22 vom 18.04.2024 zur konkreten Darlegung der Liquiditätsunterdeckung im Anfechtungsprozess).
  • Berater im Sanierungs- oder StaRUG-Kontext (Fortbestehensprognose § 19 InsO).

Eingaben

Der Skill fragt strukturiert die folgenden Felder ab. Was fehlt, wird im Worst Case angesetzt und im Padlet/Artefakt als Annahme protokolliert.

  • Stichtag (z. B. Tag der Antragstellung, frühester Eintritt § 17 InsO für Anfechtungszwecke).
  • Aktiva I: Bankguthaben, Kasse, ungenutzter und zugesagter Kontokorrent, sofort verwertbares Vermögen.
  • Aktiva II: konkret zu erwartende Zahlungseingänge KW t bis t+2 (bzw. t+12 bei 13-Wochen-Plan), freie Kreditzusagen, schnell verwertbares Umlaufvermögen, mit realistischer Ausfallquote.
  • Passiva I: alle am Stichtag fälligen und ernsthaft eingeforderten Verbindlichkeiten; Stundungen nur, wenn echt vereinbart und dokumentiert.
  • Passiva II: binnen drei Wochen fällig werdende Verbindlichkeiten, einzeln aufgeführt nach Gläubiger und Fälligkeitsdatum.
  • Echte Stundung (mit beiderseitigem Einvernehmen und Fälligkeitsverschiebung) beseitigt Passiva I; faktische Duldung des Zahlungsverzugs nicht. Konkrete BGH-Linie über offene Quellen verifizieren.
  • Indizien nach § 17 Abs. 2 S. 2 InsO (Lohnsteuer-Rückstände, SV-Rückstände, Lastschriftrückläufer, Stundungsbitten, eingestellte Zahlungen FA/KK, Pfändungen, Insolvenzanträge anderer Gläubiger, Wechselproteste).

Bezugsquellen der Eingabedaten

Vor der Aufstellung folgende Frage stellen:

Wie sollen die Daten einfließen — manuell, per Datei-Import (CAMT.053, MT940, CSV-Bankexport, DATEV-OPOS-Export), oder über einen verbundenen Bankzugang (PSD2 / FinTS / vorhandener Connector)?

Detailregeln siehe Schwester-Skill liquiditaetsvorschau-3wochen, Abschnitt "Bezugsquellen der Eingabedaten" — der Skill selbst baut keinen Open-Banking-Client.

Ablauf

Schritt 1 — Format- und Padlet-Wahl: identisch zum Schwester-Skill. Standard: Excel-Tabelle + HTML-Padlet, sofern nicht anders gewünscht.

Schritt 2 — Stichtagsbestimmung: konkretes Datum festlegen. Im Haftungs- und Anfechtungskontext ist nicht der Antragstag, sondern der tatsächliche Eintritt der Zahlungsunfähigkeit maßgeblich. Stichtag dokumentieren.

Schritt 3 — Aufstellung der Liquiditätsbilanz

Aktiva I  (am Stichtag sofort verfügbar)          €
+ Aktiva II (binnen 3 Wochen flüssig)             €
= Σ Liquide Mittel                                €

Passiva I (am Stichtag fällig & eingefordert)     €
+ Passiva II (binnen 3 Wochen fällig)             €
= Σ Fällige Verbindlichkeiten                     €

Liquiditätslücke (absolut) = Σ Fällig − Σ Liquide
Liquiditätsquote          = Liquiditätslücke ÷ Σ Fällig

Maßstab: BGH-Linie zur Liquiditätsbilanz; konkrete Aktenzeichen und Randnummern vor Ausgabe über dejure.org / openjur.de verifizieren.

Schritt 4 — Subsumtion nach BGH-Schema

  • Liquiditätsquote < 10 % und Lücke binnen drei Wochen schließbar: nur Zahlungsstockung.
  • Liquiditätsquote ≥ 10 % und Lücke nicht binnen drei Wochen schließbar: regelmäßig Zahlungsunfähigkeit.
  • Konkretes Az. der grundlegenden BGH-Entscheidung zum 10-%-/3-Wochen-Schema vor Ausgabe verifizieren.

Schritt 5 — Würdigung der Indizien § 17 Abs. 2 S. 2 InsO

Indizienkatalog für die Zahlungseinstellung umfasst insb. verspätete Lohnzahlungen, offene SV-Beiträge, erfolglose Stundungsbitten, Pfändungsmaßnahmen anderer Gläubiger, Wechselproteste und eigenen Insolvenzantrag. Konkrete BGH-Linie über offene Quellen verifizieren.

Schritt 6 — Titulierte Forderungen

Titulierte Forderungen sind regelmäßig fällig und in Passiva I aufzunehmen; ausnahmsweise kann eine streitige Titulierung im Anfechtungsprozess Indizwirkung mindern. Konkrete BGH-Entscheidung vor Ausgabe verifizieren.

Schritt 7 — Objektivität

Maßstab der Zahlungsunfähigkeit ist objektiv; das Bewusstsein des Schuldners ist nur für die Verschuldensfrage relevant (§ 15a InsO). Konkrete BGH-Linie zur "Erkennbarkeit der Insolvenzreife" vor Ausgabe über offene Quellen prüfen.

Schritt 8 — Ausgabe und Eskalation

  • Excel-Datei aus der Vorlage befüllen (zwingend).
  • HTML-Padlet oder Markdown-Artefakt nur, wenn so gewählt.
  • Bei Quote ≥ 10 % und fehlender Schließbarkeit: Übergabe an antragspflicht-15a-inso; bei Steuerberatermandat Hinweis nach § 102 StaRUG dokumentieren.
  • Memo nur auf Anfrage.

Rechtlicher Rahmen

Primärnormen

§ 17 InsO, § 15a InsO, § 18 InsO, § 19 InsO, § 102 StaRUG.

Leitentscheidungen (Stand Mai 2026; vor Ausgabe konkrete Aktenzeichen über dejure.org / openjur.de / bundesgerichtshof.de prüfen)

  1. BGH IX ZR 129/22 vom 18.04.2024 — Neuausrichtung der Vorsatzanfechtung: bei objektiv festgestellter Zahlungsunfähigkeit kein Automatik-Schluss auf Vorsatz; konkrete Bedrohungslage darzulegen. <https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=18.04.2024&Aktenzeichen=IX+ZR+129/22>
  2. BGH IX ZR 122/23 vom 05.12.2024 — Unlauterkeit beim Bargeschäft (§ 142 Abs. 1 Hs. 2 InsO). <https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=05.12.2024&Aktenzeichen=IX+ZR+122/23>
  3. BGH II ZR 206/22 vom 23.07.2024 — Fortwirkende Haftung des ausgeschiedenen Geschäftsführers (§ 823 II BGB iVm § 15a InsO). <https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=23.07.2024&Aktenzeichen=II+ZR+206/22>
  4. BGH IV ZR 66/25 vom 19.11.2025 — D&O-Wissentlichkeitsausschluss; positive Kenntnis pro Pflichtverletzung erforderlich.
  5. BGH 5 StR 287/24 vom 27.02.2025 — Faktischer Geschäftsführer / Firmenbestattung. <https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=27.02.2025&Aktenzeichen=5+StR+287/24>
  6. Grundlegende ältere BGH-Linie zum 10-%-/3-Wochen-Schema und zur Zahlungseinstellung: konkrete Az. (insb. zur Liquiditätsbilanz, zu Stundungen, zu titulierten Forderungen, zur Erkennbarkeit der Insolvenzreife) vor Ausgabe in offener Quelle prüfen.

Quellenregel

Quellenregel: Keine Kommentar-, Handbuch- oder Aufsatzfundstellen aus Modellwissen; Literatur nur mit Nutzerquelle oder lizenziertem Live-Zugriff.

Berufsständischer Hintergrund

  • IDW S 11 (Stand 12.08.2021), Tz. 16 f., 31–37 — Beurteilung des Eröffnungsgrundes der Zahlungsunfähigkeit.
  • IDW S 6 — Anforderungen an Sanierungskonzepte und integrierte Planung.

Ausgabeformat

  1. Excel auf Basis von assets/excel/Liquiditaetsplan-Wochenbasis.xlsx — Wochenraster, BGH-Block, Block "Offene Forderungen", Hinweise zur BGH-Rechtsprechung.
  2. HTML-Padlet (auf Wunsch).
  3. Markdown-Artefakt (auf Wunsch).
  4. Memo (nur auf Anfrage) im Gutachtenstil: Sachverhalt, Rechtliche Grundlagen, Liquiditätsbilanz, Subsumtion BGH-Schema, Indizienanalyse, Ergebnis, Quellennachweis.

Beispiel

Siehe Schwester-Skill liquiditaetsvorschau-3wochen (Beispielfall Edelholz Manufaktur Berlin GmbH). Für gerichtsfeste Verwendung wird zusätzlich die Buchhaltungsherkunft (SuSa-/OPOS-Stand) protokolliert und die Indizienliste belegt.

Typische Fehler

  • Faktische Duldung als Stundung behandeln: nur echte schriftliche Stundungsvereinbarung mit Fäl
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