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Recherchefahrplan für eine Rechtsfrage — einschlägige Normen, Rechtsprechungsbereiche, verifizierbare Quellen, Suchbegriffe für amtliche/freie Quellen oder lizenzierte Datenbanken/dejure. Hinweise und Rahmen, KEINE geprüften Belege; Studierende recherchieren und verifizieren eigenständig. Lädt, wenn ein Studierender fragt, wo er mit einer Recherche anfangen soll, einen Fahrplan für eine Rechtsfrag

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Recherchefahrplan: Orientierung, keine Recherche

Zweck

Juristische Recherche ist ein Kernbestandteil der klinischen Ausbildung. Die Initialphase — die richtige Norm finden, den Rahmen verstehen, den Einstieg schaffen — ist jedoch oft die zeitintensivste und bildungsmäßig geringwertigste Phase. Studierende verbringen Stunden damit, den Startpunkt zu finden, bevor sie eigentlich forschen können.

Diese Skill liefert den Startpunkt: Normen zum Nachschlagen, Rechtsprechungsbereiche zum Untersuchen, Suchbegriffe für amtliche oder frei zugängliche Quellen; lizenzierte Datenbanken nur bei vorhandenem Zugang und dejure. Nichts davon ist verifiziert. Nichts davon ist zitierfähig. Alles ist ein Hinweis, dem der Studierende nachgehen muss.

Dies ist eine pädagogische Absicherung, keine bloße Zeitersparnis. Studierende lernen weiterhin zu recherchieren — sie beginnen nur von einem besseren Ausgangspunkt.

Eingaben

  • Rechtsfrage — so präzise wie möglich formuliert; nicht "Mietrecht", sondern "Kann die Mieterin die Miete mindern, weil die Heizung seit November defekt ist und der Vermieter nicht reagiert hat?"
  • Rechtsgebiet (optional, falls nicht aus der Frage erkennbar)
  • Bisherige Recherche (optional) — bereits gefundene Normen oder Entscheidungen für Lückenanalyse

Rechtlicher Rahmen

Primärquellen-Hierarchie im deutschen Recht

  • Bundesrecht geht Landesrecht vor (Art. 31 GG).
  • EU-Recht hat Vorrang vor nationalem Recht; bei europarechtlichem Bezug (z. B. Verbraucherrecht, Datenschutz, Wettbewerbsrecht) immer auch EU-Rechtsakte und EuGH-Rspr. prüfen.
  • Gesetzliche Grundlage → Ausführungsverordnung → Verwaltungsvorschrift — Hierarchie im Verwaltungsrecht.
  • Für studentische Beratungsstellen besonders relevant: BGB, ZPO, VwVfG, VwGO, AGG, KSchG, BerHG, RDG.

Leitentscheidungen zur Recherchemethodik (exemplarisch)

  • Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.

Quellenregel

Quellenregel: Keine Kommentar-, Handbuch- oder Aufsatzfundstellen aus Modellwissen; Literatur nur mit Nutzerquelle oder lizenziertem Live-Zugriff.

Ablauf

Schritt 0: Klinik-Vorlagendokumente zuerst lesen

Bevor der Fahrplan aufgebaut wird: Die eigenen Vorlagendokumente der Klinik lesen. Der Supervisor hat beim Kalt-Start Handbücher, Einreichungsanleitungen, Musterakten und Altgutachten hinterlegt — sie sind fachlich geprüft, spezifisch für die Klinik und schlagen jede Datenbanksuche in den ersten zwanzig Minuten.

  1. Klinik-Konfiguration (CLAUDE.md) → ## Vorlagendokumente lesen. Gibt es Dokumente, deren Zweck oder Dateiname zur Rechtsfrage passt (z. B. "Mietrecht-Einreichungsleitfaden" für eine Mietminderungsfrage)?
  2. Für jeden Treffer: als Vorlagendokumente zuerst lesen-Block an den Anfang des Fahrplans stellen. Dokumentnamen angeben, warum relevant, was es abdeckt und wo außerhalb davon noch recherchiert werden muss.
  3. Falls keine Vorlagendokumente zur Frage passen: ausdrücklich benennen ("Keine Klinik-Vorlagendokumente zu dieser Frage — direkt zu den Primärquellen").

Schritt 1: Frage präzisieren

Was ist die Rechtsfrage? Präzise formulieren. Nicht "Kündigung" — sondern: "Ist die fristlose Kündigung des Arbeitsvertrags vom 15.04.2026 rechtswirksam, obwohl dem Arbeitgeber keine Abmahnung vorausgegangen ist?"

Bei zu breiter Frage mit dem Studierenden eingrenzen: "Das sind drei Rechtsfragen. Welche zuerst?"

Schritt 2: Fahrplan aufbauen

Gesetzliche Ausgangspunkte: Wahrscheinlich einschlägige Normen nennen. Ausdrücklich als ungeprüft kennzeichnen.

Wahrscheinlich einschlägig (UNGEPRÜFT — Aktualität und Einschlägigkeit verifizieren):
- § 626 BGB — Außerordentliche Kündigung aus wichtigem Grund; Zweiwochenfrist (§ 626 Abs. 2 BGB)
- § 314 BGB — Außerordentliche Kündigung von Dauerschuldverhältnissen
- §§ 1, 2 KSchG — Soziale Rechtfertigung; Anwendbarkeit prüfen (Betriebsgröße, Beschäftigungsdauer)
- [PRÜFEN: Paragraphennummern gegen aktuelle Fassung verifizieren — Gesetze werden umnummeriert]

Rechtsprechungsbereiche: Nicht Entscheidungen — Bereiche. Die Entscheidungen findet der Studierende selbst.

Rspr.-Bereiche:
- BAG-Rspr. zu Abmahnungserfordernis vor fristloser Kündigung — Leitentscheidung des BAG suchen
- BAG-Rspr. zum "wichtigen Grund" i. S. d. § 626 BGB — Fallgruppen (Diebstahl, Arbeitsverweigerung, etc.)
- Rspr. zum Verhältnismäßigkeitsgrundsatz bei Kündigung ohne vorherige Abmahnung
- Rspr. zu den Anforderungen an die Anhörung des Betriebsrats (§ 102 BetrVG) — falls Betriebsrat vorhanden

Kommentare und Sekundärquellen:

Kommentare (zum Einstieg, nicht als Quelle zitieren):
- Quellenregel: Keine Kommentar-, Handbuch-, Aufsatz- oder Tabellenfundstellen aus Modellwissen; nur Nutzerquelle, amtliche/freie Quelle oder lizenzierte Live-Verifikation verwenden.
- Quellenregel: Keine Kommentar-, Handbuch-, Aufsatz- oder Tabellenfundstellen aus Modellwissen; nur Nutzerquelle, amtliche/freie Quelle oder lizenzierte Live-Verifikation verwenden.
- Praxishandbuch Arbeitsrecht (beck-online) — Einstieg für typische Fallkonstellationen

Suchbegriffe:

Suchbegriffe für juris / beck-online / dejure:
- juris: fristlose Kündigung Abmahnung Erfordernis Arbeitnehmer § 626
- beck-online: außerordentliche Kündigung ohne Abmahnung BAG
- dejure.org: § 626 BGB Rechtsprechung — Abmahnungserfordernis
- Ergebnisse verfeinern basierend auf den Treffern — diese sind Einstiegsabfragen

Schritt 3: Unsicherheiten kennzeichnen

Wenn die Skill unsicher ist, ob eine Quelle einschlägig oder aktuell ist:

[UNSICHER: ob § 314 BGB hier neben § 626 BGB anwendbar ist — die Rspr. wird es zeigen]

Unsicherheit wird benannt, nicht verschwiegen.

Kein stilles Ergänzen: Diese Skill liefert Hinweise, keine geprüften Quellen — das ist so gewollt. Falls eine Suchanfrage in einer konfigurierten Datenbank wenige oder keine Treffer ergibt, dies ausdrücklich sagen und aufhören. Lücken nicht durch Modellwissen oder Websuche ohne Rückfrage füllen. Stattdessen: "Die Suche ergab [N] Treffer in [Datenbank]. Die Abdeckung scheint dünn für [Frage/Norm]. Optionen: (1) Suchabfrage erweitern, (2) andere Datenbank probieren, (3) Websuche — Treffer werden als [Websuche — verifizieren] markiert und sind vor der Verwendung gegen Primärquellen zu prüfen, oder (4) Lücke dem Supervisor melden. Welche Option bevorzugen Sie?" Der Supervisor entscheidet über weniger verlässliche Quellen.

Schritt 4: Bestehende Recherche analysieren (wenn vorhanden)

Wenn der Studierende bereits Recherchematerial hochgeladen hat: lesen, was abgedeckt ist, was fehlt.

Aus Ihrer bisherigen Recherche:
- Vorhanden: [Zusammenfassung des Abgedeckten]
- Lücke: [Was der Fahrplan oben nahelegt, aber noch nicht gefunden wurde]
- [PRÜFEN: Die zitierte Entscheidung [Name] — per Datenbank-Zitieranalyse prüfen, ob sie nicht durch spätere Rspr. eingeschränkt wurde]

Ausgabeformat

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  RECHERCHEFAHRPLAN — HINWEISE, KEINE QUELLEN
  Nichts unten ist ein geprüfter Beleg. Jede Norm, jeder Rspr.-Bereich,
  jeder Suchbegriff ist ein Startpunkt für IHRE Recherche. Sie verifizieren
  Aktualität, Einschlägigkeit und Richtigkeit. Sie finden die tatsächlichen
  Entscheidungen. Wenn etwas unten unzutreffend oder veraltet ist, liegt
  das in der Natur des Instruments — es ist eine Karte, kein Ergebnis.
═══════════════════════════════════════════════════════════════════════

# Recherchefahrplan: [Rechtsfrage]

**Rechtsgebiet:** [Gebiet] | **Bearbeiter/-in:** [Studierender]

## Vorlagendokumente der Klinik (zuerst lesen)

[Per Schritt 0. Passende Klinikdokumente mit Erläuterung benennen.
Falls keine passen: "Keine Klinik-Vorlagendokumente zu dieser Frage — direkt zu den Pr
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