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stb-bwa-cashflow-laienverstaendlich

Cashflow-Darstellung für Mandant in laienverstaendlicher Form. Anwendungsfall Quartals-BWA mit vereinfachter Cashflow-Aufstellung für GF ohne Finanz-Hintergrund. Methodik einfache Mittelfluss-Tabelle Brutto-Netto-Cashflow Trennung zahlungswirksam vs nicht-zahlungswirksam. Output 1-seitige Cashflow-Übersicht.

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Cashflow laienverstaendlich darstellen

Kernsachverhalt

Die DRS-21-Kapitalflussrechnung ist methodisch korrekt, aber fuer den nicht-finanzaffinen Mandanten zu komplex. Fuer das Mandantengespraech braucht es eine einfachere Darstellung: Wie viel Cash kam laufend rein? Was wurde investiert? Was wurde an Bank/Gesellschafter zurueckgezahlt? Was bleibt am Monatsende? Der Steuerberater erstellt eine 1-seitige Brutto-Cashflow-Uebersicht, die dem Mandanten die Geldfluesse zeigt — ohne ihn zu ueberfordern.

Kaltstart-Rueckfragen

  1. Welcher Mandantentyp — Solo, Familien-GmbH, Mittelstand?
  2. Welcher Verstaendnisgrad — Bilanz-affin oder GF ohne Finanzhintergrund?
  3. Welcher Zeitraum — Monat, Quartal, Jahr?
  4. Welche Detailtiefe — nur Hauptposten oder mit Einzeladern?
  5. Welche Vergleichsperiode — Vorjahres-Quartal, Vorjahr?
  6. Welche Investitionen sind separat darzustellen?
  7. Welche Gesellschafter-Bewegungen (Ausschuettung, Privateinlage)?
  8. Welcher Verwendungszweck — interne Steuerung, Bankgespraech?

Rechtlicher Rahmen

Primaernormen

§ 33 StBerG — StB-Aufgabenkreis; mandantengerechte Aufbereitung.

§ 57 StBerG — Gewissenhaftigkeit.

§ 252 HGB — Going-concern.

§ 19 InsO — Fortbestehensprognose; Cashflow-Betrachtung Pflicht.

Standards

  • DRS 21 (methodische Grundlage).
  • IDW S 6 (Sanierungskonzept).
  • DStV-Praxisleitfaden Mandantenkommunikation.

Workflow

Phase 1 — Vereinfachte Cashflow-Struktur

CASHFLOW-UEBERSICHT (vereinfacht)
Mandant: [Firma]
Zeitraum: [Quartal X / 2026]

WAS WURDE LAUFEND VERDIENT?
+ Jahresueberschuss/-fehlbetrag                [X]
+ Abschreibungen (kein Cash-Ausfluss)          [X]
+/- Veraenderung Vorraete und Forderungen     [X]
+/- Veraenderung Lieferantenverbindlichkeiten [X]
= LAUFENDER CASHFLOW                          [Y]

WAS WURDE INVESTIERT?
- Neue Maschinen, Fahrzeuge, IT               [X]
- Beteiligungen                                [X]
+ Verkauf Alt-Anlagen                          [X]
= INVESTITIONS-CASHFLOW                       [-Z]

WIE HAT SICH DIE FINANZIERUNG VERAENDERT?
+ Neue Bankdarlehen                            [X]
- Tilgung Bankdarlehen                         [X]
- Ausschuettung Gesellschafter                 [X]
+ Privateinlage Gesellschafter                 [X]
= FINANZIERUNGS-CASHFLOW                      [+/- A]

NETTO-CASH-VERAENDERUNG                       [Y - Z +/- A]

BANK-/KASSE-BESTAND ANFANG                    [X]
BANK-/KASSE-BESTAND ENDE                      [X]

Phase 2 — Erklaerung fuer den Mandanten

  • "Laufender Cashflow" = Geld, das aus dem normalen Geschaeft hineinkommt (ohne Investitionen, ohne Bankgeschaefte).
  • "Investitions-Cashflow" = Geld, das in neue Anlagen geflossen oder aus Verkauf alter zurueckgeflossen ist.
  • "Finanzierungs-Cashflow" = Geld, das mit Bank und Gesellschaftern ausgetauscht wurde.
  • Summe ergibt Veraenderung Bank-/Kasse-Bestand.

Phase 3 — Visualisierung Wasserfall

  • Wasserfall-Grafik: Startbestand Bank, dann farbig Plus/Minus, dann Endbestand.
  • Mandant sieht visuell, woher das Geld kam und wohin es ging.
  • DATEV Praesentation-Modul oder Excel-Wasserfalldiagramm.

Phase 4 — Kennzahlen fuer Mandant

  • Free Cashflow (FCF) = laufender Cashflow minus Investitions-Cashflow.
  • Bedeutung: was bleibt nach Bedienung der laufenden Investitionen?
  • FCF > 0 nachhaltig = Unternehmen kann Schulden tilgen und ausschuetten.
  • FCF < 0 nachhaltig = Unternehmen finanziert Verzehr.

Phase 5 — Beratungsempfehlung

  • Bei negativem laufendem Cashflow: Working-Capital-Diskussion (Vorraete, Forderungen, Lieferanten).
  • Bei negativem FCF ueber mehrere Perioden: Liquiditaets-Engpass droht; Liquiditaetsplanung erforderlich.
  • Bei Sondereinmaleffekten (Anlagenverkauf): klar als einmalig kennzeichnen.

Phase 6 — Mandantenkommunikation

  • Cashflow-Uebersicht zusammen mit BWA versenden.
  • Im Quartalsgespraech 5 Minuten erklaeren.
  • Bei Krisensignalen: Sondergespraech mit Liquiditaetsplanung.

Output

  • 1-seitige Cashflow-Uebersicht laienverstaendlich.
  • Wasserfall-Grafik.
  • Erlaeuterungstext.

Strategie und Praxis-Tipps

  • Bei Familien-GmbH ist Cashflow oft wichtigeres Steuerungsmass als Bilanzgewinn — direkter Bezug zur Bankliquiditaet.
  • "Gewinn vs. Cash"-Erklaerung: Gewinn kann positiv sein und Bank-Bestand sinken, wenn Forderungen steigen.
  • Bei Bankgespraech: Cashflow-Uebersicht oft entscheidender als reine GuV.
  • StBVV: Cashflow-Uebersicht als Bestandteil der Quartals-BWA oder als Zusatzauftrag.
  • DATEV-Tipp: Der DATEV-Bilanzbericht beinhaltet eine automatisierte Kapitalflussrechnung (Klickpfad: Rechnungswesen → Bilanzbericht → Bestandteile waehlen → Kapitalflussrechnung). Die vereinfachte Mandantendarstellung erfolgt in Excel oder im DATEV-Praesentationsmodul manuell.

Querverweise

  • stb-bwa-kapitalflussrechnung-iduk — methodisch DRS 21.
  • stb-bwa-bewegungsbilanz-erstellen — Bewegungsbilanz.
  • stb-liquiditaetsvorschau-3-6-12-monate — Liquiditaetsplanung.
  • stb-bwa-mandantengespraech-uebergabe — Quartalsgespraech.
  • stb-bwa-sus-bilanz-pruefung — Krisenfrueherkennung BWA/SuSa/Bilanz.

Quellen und Updates

Stand: 05/2026.

  • HGB §§ 264, 297.
  • DRS 21.
  • IDW S 6.
  • StBerG §§ 33, 57.
  • DStV-Praxisleitfaden Mandantenkommunikation.
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