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Rollierende Liquiditaetsvorschau 3-6-12 Monate für GmbH oder UG erstellen mit insolvenzrechtlicher Fortbestehensprognose. Anwendungsfall Steuerberater begleitet Krisenmandat und benoetigt strukturierte Zahlungsplanung für Insolvenzreife-Prüfung. Methodisch nach IDW S 6 Sanierungskonzept und IDW S 11 Insolvenzoeffnungsgründe. Wochenraster Prüfung Zahlungsunfähigkeit § 17 InsO 10-Prozent-Luecke drei

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Rollierende Liquiditätsvorschau 3/6/12 Monate mit Fortführungsprognose (§§ 17, 19 InsO)

Kernsachverhalt

Krisenhafte GmbH/UG-Mandanten benötigen eine strukturierte, wöchentlich rollierte Liquiditätsvorschau als Grundlage für die insolvenzrechtliche Prüfung nach § 17 InsO und für die Fortführungsprognose nach § 19 InsO. Der Skill erzeugt diese Planung aus dem typischen unstrukturierten Steuerberater-Material (BWA, SuSa, offene Posten, Kontoauszüge) und generiert automatisch eine insolvenzrechtliche Ampel pro Woche.

Kaltstart-Rückfragen

  1. Welche Stammdaten — Rechtsform, Branche, Mitarbeiterzahl, Jahresumsatz, Stichtag, Hausbank?
  2. Welche Liquiditätsdaten liegen vor — Kontostand, Kreditlinien (Stand und Limit), offene Forderungen-Liste?
  3. Welche offenen Verbindlichkeiten bestehen — Kreditorenliste mit Fälligkeitsdatum und Mahnstufe?
  4. Welche Dauerverpflichtungen — Miete, Lohn, SV-Beiträge (Drittellast), Lohnsteuer, Leasing, Versicherungen?
  5. Welche Steuerverbindlichkeiten — USt-Voranmeldungsturnus, Körperschaft- und Gewerbesteuer-Vorauszahlungen, Rückstände?
  6. Welcher Auftragsbestand — zugesagte Aufträge mit Zahlungserwartung, Abschläge, Zahlungsziel?
  7. Gibt es Kreditverträge mit Covenants (EK-Quote, Leverage) und wann sind diese zu messen?
  8. Liegt ein Sanierungskonzept IDW S 6 vor oder soll die Vorschau Grundlage dafür sein?
  9. Was will der Mandant wirklich erreichen? (Nicht: was steht im Standardweg, sondern: welches Ergebnis ist fuer den Mandanten persoenlich/wirtschaftlich das beste? Manchmal ist der schnellere Vergleich besser als der formal "richtige" Weg.)

Rechtlicher Rahmen

Primärnormen

Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.

§ 18 InsO — Drohende Zahlungsunfähigkeit: voraussichtliche Unfähigkeit im 24-Monats-Horizont; Grundlage Eigenantragsoption.

§ 19 InsO — Überschuldung: Fortbestehensprognose primär; bei negativer Prognose Liquidationswerte-Status. Prognosezeitraum nach SanInsKG 24 Monate (für Anträge bis 31.12.2026).

§ 15a InsO — Antragspflicht: 3 Wochen (§ 17), 6 Wochen (§ 19).

§ 102 StaRUG — Hinweispflicht des Steuerberaters; Liquiditätsvorschau als technisches Instrument der Krisenfrüherkennung.

Leitentscheidungen

| Gericht | Aktenzeichen | Datum | Leitsatz | |---|---|---|---| | Rechtsprechung live prüfen | Live-Verifikation erforderlich | - | keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Datum, Aktenzeichen und Aussage protokollieren |

Prüfschema Liquiditätsvorschau

Vorab: Der untenstehende Workflow ist die typische Standardlinie. Wenn die Mandantenlage abweicht (siehe "Strategische Optionen" oben), sind die Schritte entsprechend zu verkuerzen, umzustellen oder durch ein anderes Skill zu ersetzen — der Workflow ist Leitfaden, nicht Pflichtprogramm.

| Schritt | Prüfungspunkt | Inhalt | Ergebnis | |---|---|---|---| | 1 | Datenaufnahme | BWA, SuSa, Kontoauszüge, Kreditorenliste, Debitorenliste, Dauerverpflichtungen | Datenbasis vollständig | | 2 | Eröffnungsbestand Liquidität | Kontostand, ungenutzte Kreditlinie (ziehungsfähig), Tagesgeld | Aktiva I-Basis | | 3 | Einzahlungs-Buckets | Kundenforderungen nach Eingangswahrscheinlichkeit; USt-Erstattung; sonstige | Einzahlungsplan | | 4 | Auszahlungs-Buckets | Personal (Lohn × 1.28 inkl. AG-SV); USt-Zahlung; KSt/GewSt-Vorauszahlungen; Miete; Leasing; Zins+Tilgung; Lieferanten | Auszahlungsplan | | 5 | Wochenraster 13 Wochen | Spalten: KW, Anfangsbestand, Einzahlungen, Auszahlungen, Endbestand, fällige VB Folgewoche, 3-Wochen-Lücke (kumuliert), Quote, Ampel | Primäres Instrument § 17 InsO | | 6 | 3-Wochen-Test § 17 InsO | Quote = Lücke_3W / fällige VB ≥ 10 %? Nicht binnen 3 Wochen schließbar? | Ampel Rot/Gelb/Grün | | 7 | SV- und Lohnsteuer-Position | SV-Beiträge (AG+AN-Anteil Drittellast); Lohnsteuer § 41a EStG; separate Zeile; nie aufrechnen | Passiva I korrekt | | Rechtsprechung live prüfen | Live-Verifikation erforderlich | Live-Verifikation erforderlich | keine Entscheidung aus Modellwissen; Quelle vor Ausgabe protokollieren | | 9 | Sensitivitätsanalyse | Best/Base/Worst: Zahlungseingang 100 %/80 %/60 %; Auftragserfüllung wie geplant/−10 %/−25 % | Risikoszenario | | 10 | Mittel- und Langfristhorizont | 26 Wochen (monatlich aggregiert ab Monat 4), 52 Wochen; Fortführungsprognose-Grundlage | § 18 und § 19 InsO | | 11 | Fortführungsprognose IDW S 6 | Krisenstadium; Konzept; integrierte Planung; überwiegende Wahrscheinlichkeit | § 19 InsO Stufe 1 | | Rechtsprechung live prüfen | Live-Verifikation erforderlich | Live-Verifikation erforderlich | keine Entscheidung aus Modellwissen; Quelle vor Ausgabe protokollieren | | 13 | Indizienkatalog prüfen | SV-Rückstände, Stundungsanträge, Lastschriftrückläufer, eingestellte Lieferantenzahlungen | Zahlungseinstellung ohne Deckungslücke möglich | | 14 | Ergebnis-Memo | Ampel-Zusammenfassung; frühester Rot-Eintritt (KW-Angabe); Handlungsempfehlung; § 102 StaRUG | Mandantenkommunikation | | 15 | Excel-Export | Sheets: 13W, 26W, 52W, Fortführungsprognose, Annahmen; Ampel bedingte Formatierung | Arbeitsunterlage |

Wochenraster-Struktur (Excel-Vorlage)

LIQUIDITÄTSVORSCHAU — [Firma] GmbH
Stand: [Datum]

| KW | Anfangs-  | + Einzah- | − Auszah- | End-    | Fäll. VB | 3W-Lücke | Quote | Ampel |
|    | bestand   | lungen    | lungen    | bestand | Folge-KW | kumuliert |  %    |       |
|----+-----------|-----------|-----------|---------|----------|----------|-------|-------|
| 21 | 18.500    | 42.000    | 47.200    | 13.300  | 61.800   | 48.500   | 78 %  | ROT   |
| 22 | 13.300    | 51.000    | 45.600    | 18.700  | 38.200   |          |       |       |
| 23 | 18.700    | 145.000*  | 44.100    | 119.600 |          |          | GRÜN  |       |
     *Großauftrag-Eingang; Zahlungseingang-Risiko: Base 100 %, Worst 60 %

Beweislast

| Beweisthema | Beweislastträger | Beweismittel | |---|---|---| | Rechtsprechung live prüfen | Live-Verifikation erforderlich | keine Entscheidung aus Modellwissen; Quelle vor Ausgabe protokollieren | | Zahlungseingang-Wahrscheinlichkeit | GF / StB | Debitorenliste, Mahnstand, DA-Liste | | Kreditlinie ziehungsfähig | GF | Bankbescheinigung über Limit und Valuta | | SV-Rückstände | Offen aus Buchhaltung; BG-/KK-Bescheide | Konto-Auszüge SV-Beitragskonten | | Fortführungsprognose positiv | GF / IDW S 6-Gutachter | Integrierter Finanzplan; Konzept |

Fristen und zeitliche Warnschwellen

| Horizont | Insolvenzrechtliche Bedeutung | Handlungspflicht | |---|---|---| | Woche 0–3 | § 17 InsO-Stichtag; 3-Wochen-Test | Sofortige Prüfung Antragspflicht | | Woche 0–13 | Zahlungsunfähigkeit; 3-Wochen-Test wöchentlich rollierend | Wöchentliche Aktualisierung | | Woche 0–26 | Mittelfristhorizont; Finanzierungsbedarf | Bankgespräch; Gesellschafterdarlehen | | Woche 0–52 | Fortbestehensprognose § 19 InsO; IDW S 6-Grundlage | Sanierungskonzept | | Monate 0–24 | § 18 InsO drohende ZU; SanInsKG | Eigenantragsoption; StaRUG |

Typische Fehler

| Fehler | Korrekte Vorgehensweise | |---|---| | Rechtsprechung live prüfen | keine Entscheidung aus Modellwissen; Quelle vor Ausgabe protokollieren | | Kreditlinie vollständig als Aktiva I | Nur ziehungsfähiger, nicht gesperrter oder bereits ausgeschöpfter Teil | | Auftragseingang zu optimistisch ansetzen | Sensitivitätsanalyse: Worst-Case-Szenario immer einbeziehen; BGH verlangt realistische Annahmen | | USt-Voranmeldung fehlt in Auszahlungen | USt monatlich oder quartalsweise je nach Turnus; Dauerfristverlängerung berücksichtigen | | AdV als Passiva I-Entlastung | Falsch: AdV § 361 AO hemmt Vollziehung, lässt Forderung materiell bestehen (§ 17 InsO-Relevant) | | Lohnzahlungen ohne AG-SV-Anteil | Drittellast: Lohn × 1.28 für Personal-Gesamtkosten | | 3-Wochen-Frist ab Erkenntnis (StB-Sicht) | Frist läu

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