Drei-Wochen-Liquiditätsvorschau (§ 17 InsO Vorprüfung, § 1 StaRUG)
Powerplugin-Hinweis
Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.
Wenn nicht installiert, hier nach dem Steuerberater-spezifischen Schema arbeiten und am Ende ausdrücklich die Hinweispflicht nach § 102 StaRUG dokumentieren.
Zweck
Dieser Skill erstellt für eine GmbH/UG/AG eine kurzfristige Drei-Wochen-Liquiditätsvorschau — die kleinste sinnvolle Einheit der laufenden Krisenfrüherkennung nach § 1 StaRUG und die direkte Ableitung des BGH-Schemas zur Zahlungsunfähigkeit (§ 17 InsO).
Er ist als wöchentliche Routine gedacht: jeden Montag mit aktualisierten Banksalden und Fälligkeitsdaten in fünf bis zehn Minuten durchlaufen, Ampel ablesen, dokumentieren. Für die vollständige rollierende Planung über 13/26/52 Wochen siehe den Schwester-Skill stb-liquiditaetsvorschau-3-6-12-monate (gleiches Plugin) bzw. das Plugin Liquiditätsplanung (liquiditaetsplanung).
Anwendungsfälle:
- Wöchentliche Geschäftsführer-Sitzung in einer KMU-GmbH mit angespannter Liquidität.
- Dauermandat des Steuerberaters mit Krisenfrüherkennungsauftrag.
- Vorprüfung vor dem Bankgespräch oder vor einer StaRUG-Anzeige.
- Erstindikation, ob ein Antragspflicht-Check nach § 15a InsO ausgelöst werden muss.
Eingaben
Minimum (für die Schnellrunde):
- Eröffnungsbestand liquider Mittel zum Stichtag (Mo): Bank, Kasse, ungenutzte zugesagte Kreditlinien (nicht ausgeschöpfte und nicht gekündigte!).
- Fällige Verbindlichkeiten der nächsten 3 Kalenderwochen, getrennt nach: Lohn/Gehalt + AG-Anteil SV, Lohnsteuer, Umsatzsteuer-Vorauszahlung, Sozialversicherungsbeiträge (monatliche Drittellast), Miete/Leasing, kritische Lieferanten, Zins+Tilgung, sonstige.
- Erwartete Zahlungseingänge der nächsten 3 Wochen aus Debitoren (mit realistischem Ausfallrisiko / Skonto).
- Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.
Wenn Daten fehlen: Annahmen explizit dokumentieren und im Worst Case rechnen.
Rechtlicher Rahmen
Primärnormen
- § 17 InsO – Zahlungsunfähigkeit (Hauptmaßstab).
- § 18 InsO – drohende Zahlungsunfähigkeit (24-Monats-Prognose, hier nur Hinweisfunktion).
- § 15a InsO – Insolvenzantragspflicht: 3 Wochen ab Eintritt § 17 InsO.
- § 1 StaRUG – fortlaufende Krisenüberwachungspflicht der Geschäftsleitung.
- § 102 StaRUG – Hinweispflicht beratender Berufe (Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Rechtsanwälte).
Leitentscheidungen
- Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.
- Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.
- Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.
Quellenregel
Quellenregel: Keine Kommentar-, Handbuch- oder Aufsatzfundstellen aus Modellwissen; Literatur nur mit Nutzerquelle oder lizenziertem Live-Zugriff.
Ablauf
Schritt 1 – Stichtag und Eröffnungsbestand
- Stichtag = Montag der laufenden KW.
- Anfangsbestand = Banksalden + Kasse + zugesagte, ziehungsfähige Kreditlinie (nicht ausgeschöpft, nicht gekündigt).
Schritt 2 – Wochenraster (3 Spalten)
- Spalten KW t, t+1, t+2.
- Pro Spalte: Anfangsbestand, Einzahlungen je Bucket, Auszahlungen je Bucket, Endbestand, fällige Verbindlichkeiten der Folgewoche.
Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.
Lücke_t = max(0, fällige Verbindlichkeiten in t − verfügbare Mittel in t)Lücke_3W = Summe aller offen bleibenden fälligen Verbindlichkeiten in t, t+1, t+2 abzüglich erwarteter Zugänge in t+1, t+2Quote = Lücke_3W / fällige Verbindlichkeiten in t- Ampel:
- 🟢 Grün: Quote < 10 % (Zahlungsfähigkeit gegeben).
- 🟡 Gelb (Zahlungsstockung): Quote ≥ 10 %, aber Lücke_3W am Ende von t+2 gleich null (binnen 3 Wochen schließbar).
- Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.
Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.
- Hinweise auf Zahlungsunfähigkeit auch bei 🟡: SV-Rückstände, Lastschriftrückläufer, Stundungsanfragen, eingestellte Zahlungen an Finanzamt/Krankenkasse. Falls ≥ 2 Indizien → Eskalation wie 🔴.
Schritt 5 – Ergebnis und Eskalation
- 🟢: Routine dokumentieren, nächste Woche erneut.
- 🟡: Engpasswoche identifizieren, Maßnahmen (Skontofinanzierung, Stundungsverhandlung, Avalziehung, Forderungsbeschleunigung); Dokumentation in Geschäftsleiter-Protokoll nach § 1 StaRUG.
- 🔴: Hinweispflicht § 102 StaRUG prüfen (bei Mandant). Übergabe an Skill
zahlungsunfaehigkeit-pruefung-17-insoundantragspflicht-15a-insoaus Plugininsolvenzrecht. Frist § 15a InsO (3 Wochen) läuft ab tatsächlichem Eintritt der Zahlungsunfähigkeit — nicht ab Erstellung des Plans.
Ausgabeformat
- Kompakte Tabelle (3 Spalten t, t+1, t+2) mit Anfangsbestand, Einzahlungen, Auszahlungen, Endbestand, Lücke, Quote, Ampel.
- Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.
- Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.
- Handlungsempfehlung je Ampelfarbe.
- Hinweis nach § 102 StaRUG als Textbaustein, wenn 🔴 und Mandantenverhältnis besteht.
Beispiel
Sachverhalt: Edelholz Manufaktur Berlin GmbH, Stichtag Mo 18.05.2026, Bank 18.500 EUR, Kontokorrent 150.000 EUR zu 92 % ausgeschöpft (12.000 EUR Rest), keine Kasse. Fällige Verbindlichkeiten KW 21: Lohn + AG-SV 42.000 EUR, Lieferant kritisch 19.500 EUR. KW 22: SV-Beitrag 14.800 EUR, Miete 7.200 EUR. KW 23: USt-VZ 14.200 EUR, Leasing 3.400 EUR. Erwartete Eingänge: KW 22 18.000 EUR (Skonto-Sicherheit 80 %), KW 23 9.500 EUR.
Auswertung:
- KW 21: Verfügbar 30.500 EUR vs. Fällig 61.500 EUR → Lücke 31.000 EUR (Quote 50 %).
- KW 22: Eingang 14.400 EUR (80 % von 18.000), verbleibende Lücke kumuliert 38.600 EUR.
- KW 23: Eingang 9.500 EUR, verbleibende Lücke 50.700 EUR plus neue Fälligkeit 17.600 EUR.
Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.
Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.
Typische Fehler
- Kontokorrent voll als Liquidität ansetzen: Nur ungenutzter, zugesagter und ziehungsfähiger Teil zählt.
- Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender A