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zv-kontensuche-drittschuldner

Gläubiger hat Urteil aber kein bekanntes Konto oder Arbeitgeber des Schuldners. § 802l ZPO Drittauskunfte. Prüfraster: Rentenversicherung Bund Bundeszentralamt für Steuern Kontenabruf Kraftfahrt-Bundesamt Schuldnerverzeichnis § 882b ZPO. Output: Drittsauskunfts-Antrag und Auswertungs-Protokoll. Abgrenzung zu zv-vermögensauskunft-gv (Gläubigerantrag auf EV durch GV) und zv-pfueb-bank (nach Kontoerm

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Kontensuche und Drittschuldnerermittlung

Triage zu Beginn

  1. Liegt ein vollstreckbarer Titel vor und ist die Forderung mindestens 500 EUR (§ 802l Abs. 1 ZPO)?
  2. War eine Vermögensauskunft des Schuldners bereits unergiebig oder ist der Aufenthalt unbekannt?
  3. Sollen alle drei Auskunftsstellen abgefragt werden (DRV, BZSt, KBA) oder nur eine?
  4. Ist der Schuldner ein Unternehmen — dann Handelsregistereintrag als Informationsquelle?

Aktuelle Rechtsprechung

  • Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.

Zentrale Normen

  • § 802l ZPO — Drittauskünfte (DRV Bund, BZSt/§ 24c KWG, KBA)
  • § 802c ZPO — Vermögensauskunft (primäre Quelle)
  • § 802d ZPO — Sperrfrist 2 Jahre für erneute Vermögensauskunft
  • § 882b ZPO — Schuldnerverzeichnis
  • § 93 Abs. 7 AO — Kontenabrufverfahren BZSt
  • § 24c KWG — Kontenevidenzzentrale BaFin/BZSt

Quellenregel

Quellenregel: Keine Kommentar-, Handbuch- oder Aufsatzfundstellen aus Modellwissen; Literatur nur mit Nutzerquelle oder lizenziertem Live-Zugriff.

Aufgabe

Bevor eine Forderungspfändung Sinn ergibt, muss der Drittschuldner bekannt sein. Dieser Skill beschafft die Daten, ohne unnötige PfÜB ins Leere zu werfen.

Startet bei

  • Titel vorhanden, aber kein Konto, kein Arbeitgeber, keine sonstige Forderung des Schuldners bekannt
  • Frühere Versuche ergebnislos
  • Vermögensauskunft des Schuldners liegt vor oder Sperrfrist hindert sie nicht

Rechtsgrundlagen

  • § 802l ZPO – Drittauskünfte des Gerichtsvollziehers
  • § 93 Abs. 7 AO – Kontenabrufverfahren über das BZSt
  • § 24c KWG – Kontenevidenzzentrale der BaFin
  • § 802c ZPO – primäre Quelle: Vermögensauskunft
  • § 882b ZPO – Schuldnerverzeichnis
  • § 33 StVG – Halterauskunft KBA

Workflow

  1. Schuldnerverzeichnis abfragen über das zentrale Vollstreckungsportal der Länder (vollstreckungsportal.de). Kostenpflichtig.
  2. Vorhandene Vermögensauskunft einsehen, falls noch nicht zwei Jahre alt.
  3. Drittauskunft § 802l ZPO durch den Gerichtsvollzieher beantragen, sobald Forderung mindestens 500 EUR und Vermögensauskunft erfolglos oder Schuldner nicht erreichbar:
  4. Deutsche Rentenversicherung Bund: aktueller Arbeitgeber oder Rentenzahlstelle
  5. Bundeszentralamt für Steuern (BZSt): Kontostammdaten nach § 24c KWG, alle deutschen Kreditinstitute mit Konten des Schuldners
  6. Kraftfahrt-Bundesamt: KFZ-Halterauskunft
  7. Ausländische Konten: nicht über § 802l erreichbar, aber EU-Kontenpfändungsbeschluss (EuKtPVO) ist Alternative über zv-pfueb-bank.
  8. Plausibilitätsprüfung: Auskunft veraltet sich. Konten existieren ggf. nicht mehr, Arbeitgeber gewechselt.
  9. Anschluss: bekannte Bank → zv-pfueb-bank, bekannter Arbeitgeber → zv-pfueb-arbeitsentgelt.

Voraussetzungen § 802l ZPO im Einzelnen

  • Forderung mindestens 500 EUR (§ 802l Abs. 1 ZPO).
  • Schuldner hat seinen gewöhnlichen Aufenthalt unbekannt oder Vermögensauskunft hat keine Befriedigung erwarten lassen oder Vermögensauskunft wurde nicht abgegeben.
  • Antrag stets über den Gerichtsvollzieher; der Gerichtsvollzieher leitet die Anfragen weiter und übermittelt das Ergebnis.

Leitentscheidungen

  • Rechtsprechung live prüfen: Keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über amtliche oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.
  • Rechtsprechung live prüfen: Keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über amtliche oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.
  • Rechtsprechung live prüfen: Keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über amtliche oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.

Ausgabeformat

DRITTSCHULDNERSUCHE [Mandant] gegen [Schuldner]

Titel:                 [Art, Datum]
Forderungshöhe:        EUR x (≥ 500 EUR? ja/nein)
VA-Stand:              [vorhanden, Datum / fehlt / unergiebig]
Beantragte Auskünfte:  [DRV / BZSt / KBA]
Geschätzte Dauer:      4-8 Wochen ab GV-Antrag
Folgeskill:            [zv-pfueb-bank / -arbeitsentgelt / ...]

WIEDERVORLAGE:         DD.MM.JJJJ

Qualitätsgates

  • Niemals § 802l ZPO unterhalb der Bagatellgrenze 500 EUR beantragen.
  • Niemals BZSt-Kontenabruf ohne erfolglose Vermögensauskunft oder unbekannten Aufenthalt.
  • Daten sind sensibel – Datenschutz beachten, Auskunft nur für konkrete Vollstreckung.
  • Doppelte Abfragen vermeiden (Kostenfalle).

<!-- AUDIT 27.05.2026 Problem : BGH VII ZB 14/20 vom 15.07.2021, NJW 2021, 3046 – Beschluss auf dejure.org nicht auffindbar (NOT_FOUND). Quelle: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=15.07.2021&Aktenzeichen=VII+ZB+14%2F20 Ersatz : BGH, Beschl. v. 22.01.2015 – I ZB 77/14, NJW 2015, 2509 (§ 802l ZPO, Drittauskünfte). Verifiziert: https://dejure.org/2015,17779 Aktion : Zeile ersetzt -->

Querverweise

  • zv-vermoegensauskunft-gv – Hauptquelle vor § 802l
  • zv-pfueb-bank, zv-pfueb-arbeitsentgelt
  • zv-kommandocenter
  • zv-elektronische-zustellung-2027
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